Materie – Energie – Information – Leben

Spätestens seit der Lektüre des Buches „Es gibt keine Materie“ von Hans-Peter Dürr (Titelbild), kann ich nicht mehr daran zweifeln, dass Materie im kleinsten betrachtet, nicht existiert. Das deckt sich mit den Erkenntnissen Buddhas. Immerhin führt das auf elektrischer Abstossung beruhende, die Illusion der Materie erzeugende energetische Geschehen dazu, dass ich nicht durch eine Wand gehen kann. Für die Erklärung dieser Tatsache hilft das Bild von vorübergehend kondensierter Energie.

Das Körper/Geist-Problem scheint auf den ersten Blick ebenfalls gelöst. Es wird (auch von Wissenschaftern auf dem Gebiet der Neurologie) oft eine Analogie zum Computer gemacht. In einem intelligenten System (ob Mensch oder Maschine) wird ein elektroenergetisches Geschehen beobachtet, das eine geistige Wirklichkeit produziert und somit denkt. Geist ist unter diesem Blickwinkel eine Art Nebenprodukt der elektrischen Schwingungen und Ladungen in diesem System also ein Nebenprodukt des physikalischen Geschehens. Auch im menschlichen Körper geschieht die Gedankenarbeit analog zu den elektromagnetischen Schwingungen und Ladungen sowie mit grosser Sicherheit auch als physiologische Speicherung in Form von unterschiedlichen Molekülen und Molekülanordnungen wie eine Art Mikrofilm. Viele Forscher sind überzeugt, dass das Hirn auch quantenmechanische (physiologische) Speicherungen und/oder Rechenoperationen vornimmt bzw. quantanmechanisch denkt, erfindet, kreiert.

Unerklärt bleibt mit solchen Bildern, wie geistige Inhalte – und dazu zähle ich auch Empfindungen, Stimmungen, seelische Energien – weiter gegeben, gesendet und empfangen werden. Es ist ein grosser Unterschied ob ich mit der selben Tinte und auf derselben Papierqualität einen Liebesbrief schreibe oder eine schwere Beleidigung. Mindestens das menschliche System und neuerdings auch ein beispielsweise mit Scanner versehener Computer, der meine Handschrift lesen kann, reagiert sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Informationen. Der Transportweg der guten oder schlechten psychisch-geistigen Energie, die in diesem Beispiel vom Sender ausgeht, koppelt sich völlig ab von den elektromagnetischen Schwingungen im System des Senders. Und auch die Tinte auf dem Papier, das Licht, das anlässlich des Lesens durch den Empfänger aufs Papier fällt, und mittels der unterschiedlichen Abstrahlung von hell und dunkel als Überträger der Information auf den Empfänger dient, ist völlig losgelöst, vom elektromagnetischen Geschehen im System des Senders, sei dies analog oder digital. Information (hier Tinte auf Papier) ist in diesem Sinn ein notwendiges Trägermedium zur Weitergabe geistiger Energien und somit wohl auch eine Form der Energie analog der potentiellen Energie einer ruhenden Masse.

Noch nicht beantwortet ist, ob geistige Inhalte und Energien ohne die Mithilfe physikalischen Geschehens vom Sender zum Empfänger gelangen können. Sicher ist gemäss dem Beispiel mit der Schrift auf dem Papier jedoch, dass die Übertragung geistiger Inhalte auf einem völligen anderen Weg geschieht, als beispielsweise die Übermittlung auf elektromagnetischem Weg oder mit Infrarotstrahlung von Computer zu Computer. Der geistige Inhalt ist völlig unabhängig vom Trägermedium. Und trotzdem wirken geistige Inhalte, egal in welcher Form sie übermittelt werden, direkt auf die Materie ein. Dies jedoch nicht mit irgendwelchen Teilchen, Strahlen oder Schwingungen, sondern allein aufgrund des Erkenntnisvermögens des Empfängers zur präsentierten Information. Die Physis des Empfängers, seine Körperempfindungen, Hormonausschüttungen usw. bis zu epigenetischen Veränderungen sind völlig anders je nach geistigem Inhalt der von ihm empfangenen Informationen.

Da Geist und physikalische Welt derart unabhängig von einander  gegenseitig aufeinander einwirken, wird die Dualität der physikalisch-chemische Welt auf der einen Seite, des Geistes auf der anderen Seite, von der überwiegenden Mehrheit der denkenden Wesen als allgemeingültig anerkannt und die beiden Welten werden als gleichwertig betrachtet. Ein Teil der Evolutionsbiologen, mit Sicherheit viele Ethnologen, anerkennen, dass die geistige Welt genau gleich einer evolutiven Entwicklung unterliegt, wie die Physiologie der Lebewesen insbesondere die Genetik. Neuerdings wird auch der Lamarcksche Ansatz nicht mehr als Widerspruch zu Darwin gesehen, d.h. geistiges Bemühen wie Meditation hat direkten und positiven Einfluss auf die Physiologie der Meditierenden und damit epigenetische Wirkung. (Gegenbeispiel: zu viele Stresshormone aktivieren andere Gene und führen somit zu nachteiligen epigenetischen Veränderungen, die sich mindestens in der 2. und 3. Folgegeneration immer noch auswirken.)

Da jedes energetische Geschehen und auf der „materiellen“ Ebene, jedes Vorhandensein eines Teilchens, oder sogar nur eines Zustandes eines Teilchens, bzw. in der Quantenmechanik eines Zustandsgrades zwischen zwei verschiedenen möglichen Zuständen, gleichzeitig auch eine Information darstellt, ist der Informationsgehalt des Universums unermesslich. Möglicherweise ist der grösste Teil dieser Information sinnlos oder unerheblich. Bei solchen Vermutungen hat sich die Wissenschaft jedoch schon oft getäuscht.

Ich wage die These, dass geistige Inhalte ohne die Existenz einer physikalischen Welt nicht wahrgenommen und auch nicht weitergegeben werden können. Umgekehrt kann die physikalische Welt nicht anders, als Information zu produzieren. Sobald in der physikalisch-chemischen Welt etwas geschieht, haben wir einen Unterschied zwischen Geschehen oder nicht Geschehen und jeder Unterschied ist im wahrsten Sinn des Wortes eine Information. In diesem Sinn sind Geist und physikalische Welt eine Einheit.

Wilhelm Reich hat erkannt, dass sich das Leben grundsätzlich von der unbelebten Welt unterscheidet. Am ehesten kommen als Zwischenglieder zwischen belebter und unbelebter Welt die Viren in Frage. Sie haben nach heutigem Wissen keinen eigenen Stoffwechsel. Viren sind also nur Träger von Informationen, die aber der Sprache der lebendigen Welt entsprechen. Die wesentlichste Eigenschaft der Viren ist, dass sie auf DNA gespeicherte Information in die befallene Zelle einschleusen. Sie sind also vor allem Informationsträger. Wegen der grundsätzlich anderen Qualität lebendiger Organismen hat Reich die Existenz einer neuen Energie, der Lebensenergie, von ihm Orgonenergie genannt, postuliert und war überzeugt, diese Energie auch beobachtet zu haben.

Dieses Postulat ist nachvollziehbar, zumal das Leben mit den Mitochondrien von selber die ersten Wärmekraftmaschinen hergestellt hat, für Syntropie sorgt und damit dem Prinzip der Entropie widersteht. Es ist bisher keinem Wissenschafter gelungen, unbelebtes genetisches Material so zusammen zu bauen, dass es lebensfähig wäre. Neue Lebensformen können auf absehbare Zeit nur kreiert werden, indem genetisches Material in eine schon lebende Zelle eingeschleust wird.

Das Prinzip der Entropie konnte bisher nicht mit der Quantentheorie in Einklang gebracht werden.

Wir sind weit davon entfernt zu verstehen, wie Bewusstsein entsteht.

Das reichsche Postulat nach einer eigenen Lebensenergie, die möglicherweise identisch ist mit einer Art Bewusstseinsenergie, ist nach wie vor aktuell.

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